Ein Welpe zieht ein

Ratgeber

Viele Menschen schaffen sich einen Welpen an, weil sie von Anfang an, alles richtig machen möchten. Oft kommt es dann anders, als sie sich das Zusammenleben mit einem Welpen vorstellen. Sie übernehmen damit eine große Verantwortung, brauchen viel Zeit und Geduld.

Ich würde mir wünschen, dass jeder Mensch, der sich einen Welpen anschaffen möchte, sich vorher genau über die rassespezifischen Dispositionen erkundigt. Setzen Sie sich mit Ihrer Wunsch-Rasse auseinander und überlegen Sie, ob der Hund zu Ihrer derzeitigen Lebenssituation passt.

Der Welpe sollte vom Züchter zwischen der 8. bis 10. Woche abgegeben werden.

Damit der junge Hund sich einleben kann, sollten Sie ihm ca. 2 Wochen Zeit geben, um erst mal anzukommen.

Die Erziehung und Sozialisierung Ihres Welpen beginnt am ersten Tag! Zeigen Sie ihm sein Umfeld, die Wohnung ggf. den Garten - machen Sie das mit Ihrem Hund gemeinsam, damit er gleich den Eindruck bekommt, dass Sie alles im Griff haben und er sich auf Sie verlassen kann.

Zeigen Sie Ihrem Welpen in kleinen Schritten die Welt – nutzen Sie dazu auch mal öffentliche Verkehrsmittel, das Auto, zeigen Sie ihm Fahrräder und Kinderwagen usw.

Lassen Sie in der Wohnung mal den Staubsauger und die Kaffeemaschine aus weiter Entfernung laufen. Gewöhnen Sie so Ihren Welpen an alltägliche Geräusche. Wichtig ist, dass Sie in kleinen Schritten beginnen und Ihren Hund nicht überfordern!

Ausstattung:

Sorgen Sie für mehrere Liegestellen, finden Sie heraus, wo Ihr Hund sich am wohlsten fühlt. Für die Erstausstattung empfehle ich neben Halsband und Leine, ein Geschirr und eine Schleppleine, sowie eine Box, wo der Hund zur Ruhe kommen kann. Ein Welpe sollte ca. 18 Std./Tag schlafen. Wichtig – langsam eingewöhnen!

Organisieren Sie ein Spielzeug, mit dem Sie mit Ihrem Hund zusammenspielen, z.B. ein Zerrspielzeug. Damit Ihr Hund nicht an Schuhen oder Stuhlbeinen knabbert, geben Sie ihm ein Kaffeeholz. Das Kaffeeholz bietet langanhaltenden Kauspaß. Das Kauen ist eine wichtige Beschäftigung. Dieses Holz besteht zu 100% aus einer unbehandelten Holzart , ohne künstliche Zusätze. Alternativ können Sie ihm auch einen gefüllten Kong geben. (Die Füllung kann aus z.B. aus Banane und Frischkäse bestehen oder aus Joghurt mit speziellen Hundeleberwurst)

Stubenreinheit: 

Der Mensch muss schnell sein, er sollte seinen Welpen immer im Auge behalten, um sein Verhalten sichtig einschätzen zu können. Als Regel gilt in den ersten Wochen: immer nach dem schlafen, nach dem fressen, nach dem toben -  sofort rausgehen!

Wenn es doch mal in der Wohnung passiert, den Hund kommentarlos hochnehmen und raussetzen. 

Welpen sind in der ersten Zeit unsicher, da alles fremd ist, deshalb kann es vorkommen, dass die Welpen sich nicht draußen lösen, sondern dann, wenn Sie zurück in die Wohnung oder den Garten kommen. Zunächst draußen an bekannte Orte gehen, dann fühlt sich der Hund auch draußen bald sicher.

Tipp: wenn möglich, Teppiche für die Stubenreinheit entsorgen. Welpen suchen sich oft weiche Untergründe.
Typische Probleme

Stehen bleiben auf dem Spaziergang: 

Probieren Sie, den Hund einfach mal kurz weiterzuziehen oder kurz hochzunehmen und weiter tragen - nach einigen Schritten geht es weiter. Diskutieren Sie nicht, seien Sie konsequent.

Alleine Bleiben:
Für einen Hund ist das  „alleine bleiben“, eine unnatürliche Verhaltensweise. Ein Hund lebt normalerweise in seinem Rudel zusammen mit seinen Eltern, Geschwistern und Tanten. Dort fühlt er sich sicher und geborgen. Das Gleiche gilt für sein neues Familienrudel.

Wenn der Hund alleine bleiben soll - und das ist in unseren Lebenssituationen oft anders gar nicht möglich, muss das unbedingt trainiert werden! 

Wichtig: in ganz kleinen Mini-Schritten, sollten sie schon früh damit anfangen.
Der Hund frisst alles vom Boden: 

Dass der Hund alles für ihn Essbare vom Boden frisst, ist ein ganz natürliches Verhalten. Nahrungssicherung steht an oberster Stelle beim Hund. Auch wenn der Hund regelmäßig sein Futter in den Napf bekommt, hält ihn das oft nicht davon ab, draußen nach Essbaren zu suchen. Das hängt mit seiner extrem gut ausgebildeten Nase und seiner Genetik zusammen.

Empfehlenswert ist in extremen Fällen ein Antigiftködertraining. Dabei lernt der Hund Dinge anzuzeigen bzw. zu verweisen und wird dafür mit etwas sehr Hochwertigem belohnt.

Beißhemmung: 

Ein Welpe hat noch keine Beißhemmung. Eine natürliche Beißhemmung gibt es nicht, sie muss erlernt werden. Das heißt, ein Welpe muss lernen, dass er nicht aus Frust oder Langeweile in Hände oder Füße beißt. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, die individuell auf den Hund abgestimmt sein sollten.

Grenzen setzen: 

Setzen Sie schon frühzeitig Grenzen zu Hause, im Garten und im Auto. Richten Sie Tabuzonen ein, sichern Sie Ihren Führanspruch. Setzen Sie klare Kommandos und eine unmissverständliche Körpersprache ein, der Welpe muss von Anfang an wissen, was er darf und was nicht. Hunde kommen mit klaren Regeln und Strukturen sehr gut zurecht. Diese findet man auch in der Hund zu Hund Kommunikation.
Auflösungssignal

Führen Sie ein Auflösungskommando ein. Das bedeutet, der Hund sollte so lange eine Übung ausführen, bis sie ihn wieder frei geben. Das kann z. B. ein "okay" oder "lauf" o.ä. sein.

Mythos Welpenschutz 

Welpenschutz gibt es nur innerhalb des eignen Rudels!  - Außerhalb gibt es ihn nicht!

Achten sie besonders darauf mit welchen anderen Hunden ihr Welpe Kontakt aufnimmt. Es sollten von ihnen bekannte und gut sozialisierte Hunde/Welpen sein. 

Darüber hinaus, muss Ihr Hund nicht mit jedem anderen Hund Kontakt haben. Es reichen 2 bis 3 nette Hunde in ihrem Bekanntenkreis.